ORIENTE
Theaterstück für Plätze und Straßen

von Gigi Bertoni

Kostüme und Accessoires Maria Donata Papadia

Masken Angela Pezzi

Realisation Kostüme Loretta Ingannato

Gesangsstrukturen Antonella Talamonti

Choreografie Mario Barzaghi

Regie Alberto Grilli

 


ORIENTE ist die Geschichte eines Abenteuers, das einer alten chinesischen Erzählung entstammt (die dem Kaukasischen Kreidekreis von Bertolt Brecht zugrunde liegt). Figuren treten im Wechsel auf, die einen laufen und tanzen auf verschieden hohen Stelzen, die anderen schieben große Karren vor sich her oder spielen Musik. Die Szenen folgen aufeinander, während Schauspieler und Zuschauer sich in ihnen durch die Stadt bewegen, und lassen eine zusammenhängende Wandergeschichte entstehen.

In einem fern liegenden orientalischen Märchendorf singt eine Gruppe von Bauern das Lied der harten Arbeit, die ihr Leben tagein tagaus bestimmt. In der Not der Bevölkerung schwelt die Rebellion, der Tyrann des Dorfes befürchtet einen Aufstand, lockt die Bauern in eine Falle und ermordet sie. Eine junge Frau überlebt mit ihrem Baby das Massaker. Zwei clownsartige Wanderverkäufer finden sie und beschließen, ihnen bei der Flucht vor den Verfolgern zu helfen: alle Vier geraten sogleich in größte Gefahr, als eine Soldatenpatrouille vorüberkommt.
Es kommt zu Verfolgungen, Ausweichmanövern, Späßen, traurigen, zärtlichen und angstvollen Momenten, die das Publikum als Teil der Aufführung miterlebt: zunächst wird es aufgefordert, den Schauspielern zu folgen und an ihrer Seite zum nächsten Spielort zu ziehen, dann schlüpft es in eine aktive Rolle, indem es die junge Mutter vor den Verfolgern schützt, und schließlich greift es bei der Vertreibung des Tyrannen in der Schlussszene direkt ins Geschehen ein.
Vielleicht wird uns bewusst, dass auch wir, wie die Bauern des Stückes, die sich gegen ihre Unterdrücker auflehnen wollen, Rebellen sind oder sein könnten; denn "unsere Heimat ist die ganze Welt" (Titel des Schlussliedes), in Zeiten, in denen Mauern errichtet, Grenzen und Stacheldrähte gezogen werden. Schließlich haben Grenzen nie Gleiche voneinander trennen können, sondern immer nur dazu gedient, die Andersartigen fernzuhalten.